Own your health: Schützen Sie Ihre Gesundheit aktiv

Konkrete Tipps wie Sie mit regelmässiger Bewegung, ausreichend Schlaf, Ernährung und mentaler Aktivität Ihre Gehirngesundheit nachhaltig stärken.

8-10 Minuten
Symbolbild Cereneo Prevention

Gesundheit wird oft erst dann zum Thema, wenn Beschwerden auftreten. Doch körperliche Veränderung und Krankheiten entwickeln sich oft über Jahre unbemerkt, das gilt insbesondere auch für viele neurologische Erkrankungen wie Demenz oder Schlaganfälle.

Die moderne Präventionsmedizin zeigt: Unser Lebensstil beeinflusst massgeblich, wie gesund unser Gehirn altert. Denn das Gehirn ist kein statisches Organ. Es bleibt ein Leben lang anpassungsfähig. Diese Fähigkeit des Gehirns, neue Verbindungen zwischen Nervenzellen zu bilden und bestehende Netzwerke zu stärken, wird als Neuroplastizität bezeichnet. Genau hier setzt Neuroprävention an, bei der Förderung der Neuroplastizizät.

„Own your health“ ist nicht die Aufforderung, perfekt zu leben, sondern die Ermunterung, durch bewusste Entscheidungen Einfluss auf die eigene Gesundheit zu nehmen – Schritt für Schritt.

Warum Prävention im Alltag beginnt

Wissenschaftliche Studien zeigen, dass vier Faktoren langfristig besonders eng mit der Gehirngesundheit verbunden sind:

  • körperliche Aktivität
  • Schlafqualität und Erholung
  • mentale und soziale Aktivität
  • Ernährung

Diese Bereiche wirken nicht isoliert, sondern beeinflussen sich gegenseitig. Regelmässige Bewegung verbessert beispielsweise den Schlaf. Guter Schlaf unterstützt Konzentration und Gedächtnis. Mentale Aktivität wiederum stärkt neuronale Netzwerke und fördert die kognitive Reserve.

Bei der individuellen Gesundheitsprävention geht es nicht um kurzfristige Optimierung, sondern um langfristige, realistische Verbesserungen des Lebensstils.

1. Bewegung: Einer der stärksten Schutzfaktoren für das Gehirn

Körperliche Aktivität gehört zu den am besten untersuchten Schutzfaktoren für die Gehirngesundheit.

Regelmässige Bewegung verbessert die Durchblutung des Gehirns, unterstützt den Energiestoffwechsel der Nervenzellen und regt die Bildung körpereigener Botenstoffe wie BDNF (Brain-Derived Neurotrophic Factor)1 an. Diese unterstützen das Wachstum, die Anpassungsfähigkeit und die Regeneration neuronaler Verbindungen.

Studien zeigen entsprechend, dass körperliche Aktivität das Risiko für Schlaganfälle, vaskuläre Erkrankungen und kognitiven Abbau reduzieren kann.

Dabei sind keine extremen Trainingsprogramme notwendig.

Konkrete Tipps für den Alltag:

  • täglich 20–30 Minuten zügiges Gehen
  • regelmässige Bewegungspausen im Arbeitsalltag
  • zwei bis drei Krafttrainingseinheiten pro Woche
  • Treppen statt Lift
  • moderate Ausdaueraktivität wie Velofahren oder Schwimmen

Bereits moderate Aktivität hat messbare gesundheitliche Effekte. Entscheidend ist vor allem die Regelmässigkeit.

2. Schlaf: Regeneration für Gehirn und Nervensystem

Schlaf ist keine passive Ruhephase. Vielmehr verarbeitet das Gehirn während des Schlafs Informationen, stabilisiert Gedächtnisinhalte und reguliert wichtige Stoffwechselprozesse.

Neurowissenschaftliche Forschung zeigt zudem, dass während des Schlafs Abbauprodukte aus dem Gehirn entfernt werden. Chronisch schlechter Schlaf wird deshalb mit einem erhöhten Risiko für kognitive Einschränkungen, Depressionen und neurodegenerative Erkrankungen in Verbindung gebracht.

Dennoch wird Schlaf im Alltag leider oft vernachlässigt, obwohl man mit einfachen Massnahmen grosse Wirkung erzielen kann:

  • konstante Schlafzeiten
  • Reduktion von Bildschirmzeit vor dem Schlafengehen
  • Kein Koffein am späten Nachmittag
  • ausreichend Tageslicht und Bewegung tagsüber
  • eine ruhige und dunkle Schlafumgebung

Nicht Perfektion, sondern Kontinuität verbessert langfristig die Schlafqualität.

3. Mentale Aktivität: Das Gehirn braucht neue Reize

Unser Gehirn verändert sich durch Nutzung. Neuronale Netzwerke werden gestärkt, wenn sie regelmässig aktiviert werden.

Geistige Aktivität, Lernen und soziale Interaktion tragen dazu bei, eine sogenannte kognitive Reserve aufzubauen. Diese Reserve hilft dem Gehirn, altersbedingte Veränderungen oder Belastungen besser zu kompensieren.

Besonders wirksam sind neue und herausfordernde Aktivitäten.

Beispiele dafür:

  • eine neue Sprache lernen
  • ein Instrument oder neues Hobby beginnen
  • lesen und reflektieren statt ausschliesslich passiv konsumieren
  • soziale Kontakte aktiv pflegen

Entscheidend ist weniger die Komplexität als die Regelmässigkeit geistiger Aktivierung.

4. Ernährung: Das Gehirn mit Nahrung versorgen

Unser Gehirn verbraucht rund 20% der täglichen Energie. Gleichzeitig ist es besonders empfindlich gegenüber Entzündungsprozessen, Gefässveränderungen und Stoffwechselstörungen.

Die Ernährung beeinflusst deshalb nicht nur das Körpergewicht, sondern auch Konzentration, Gedächtnis, Energielevel und langfristig das Risiko für neurologische Erkrankungen.

Vor allem chronisch erhöhte Blutzuckerwerte, stark verarbeitete Lebensmittel und entzündungsfördernde Ernährungsweisen stehen mit einem erhöhten Risiko für vaskuläre Erkrankungen und kognitiven Abbau in Verbindung.

Umgekehrt zeigen Studien, dass eine mediterran geprägte Ernährung positive Effekte auf Gehirn und Herz-Kreislauf-System haben kann.

Was das im Alltag bedeutet:

  • mehr Gemüse, Hülsenfrüchte und ballaststoffreiche Lebensmittel
  • gesunde Fette, z. B. aus Nüssen, Olivenöl oder Fisch
  • ausreichend Proteine zum Erhalt von Muskelmasse
  • stark verarbeitete Lebensmittel reduzieren
  • auf regelmässige Mahlzeiten und stabile Blutzuckerwerte achten

Dabei geht es nicht um strikte Verbote oder Perfektion. Entscheidend ist die langfristige Richtung, nicht die einzelne Mahlzeit.

Schon die Römer wussten: Gesunder Geist im gesunden Körper

Die moderne Neurowissenschaft betrachtet Gehirngesundheit zunehmend ganzheitlich. Stoffwechsel, Herz-Kreislauf-System, Schlaf, Stressregulation und soziale Faktoren beeinflussen direkt die Funktion unseres Gehirns.

Neuroprävention bedeutet deshalb nicht, einzelne Symptome der Gehirngesundheit isoliert zu behandeln, sondern frühzeitig allgemein gesundheitsfördernde Massnahmen durch wiederholte kleine Handlungen in den Alltag zu integrieren.

Own your health: Kümmern Sie sich heute um ihre Gesundheit von morgen.

BDNF ist ein körpereigenes Eiweiss, das eine wichtige Rolle für die Gesundheit und Leistungsfähigkeit des Gehirns spielt.

  1. BDNF ist ein körpereigenes Eiweiss, das eine wichtige Rolle für die Gesundheit und Leistungsfähigkeit des Gehirns spielt. ↩︎

Inhalt

Über die Autorin
Katrin Haberzettl
Katrin Haberzettl
Redaktorin
Co-Autor
Dr. Leopold Zizlsperger
Facharzt für Neurologie und medizinischer Leiter CERENEO PREVENTION

Ausdauertraining

  • Stärkt Herz und Gefässe
  • Sorgt für eine gute Durchblutung des Gehirns
  • Senkt deutlich das Risiko für Schlaganfälle und Herz-Kreislauf-Erkrankungen

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