
Own your health: So schützen Sie Ihr Gehirn und beugen Demenz vor
Unser Gehirn ist ein dynamisches Organ und wir können viel dafür tun, um es bis ins hohe Alter fit zu halten.

Demenzprävention beginnt nicht erst im Alter, sondern im Alltag
Wir alle haben die Erfahrung gemacht, dass wir unsere körperliche Fitness durch Training und Ernährung beeinflussen können. Doch wenn es um unser Gehirn geht, herrscht oft noch das Bild vor, dass geistiger Abbau ein unvermeidbares Schicksal des Alterns sei.
Die wissenschaftliche Evidenz der letzten Jahrzehnte zeigt jedoch, dass Lebensstilfaktoren die Gesundheit unseres Gehirns massgeblich beeinflussen – und ein zentraler Ansatzpunkt in der Demenz- und Schlaganfallprävention sind.
Neuroplastizität: Ihr Gehirn ist ein lebendiger Muskel
Lange Zeit dachte man, das Gehirn sei nach der Kindheit „fest verdrahtet“. Heute wissen wir: Das Gegenteil ist der Fall!
Unser Gehirn ist ein dynamisches Organ. Es verarbeitet Informationen aus der Umwelt und dem eigenen Körper, steuert Bewegungen und reguliert grundlegende Körperfunktionen wie Atmung und Herzschlag.
Eine wichtige Eigenschaft des Gehirns ist seine Anpassungsfähigkeit. Durch Lernen und Erfahrung können sich Verbindungen zwischen Nervenzellen verändern, neu verknüpfen und regenerieren – bis ins hohe Alter. Diese Fähigkeit wird als Neuroplastizität bezeichnet.
Indem Sie Ihr Gehirn fordern und durch bewusste Entscheidungen zum Lebensstil schützen, bauen Sie eine sogenannte kognitive Reserve auf, vergleichbar mit einem Sparkonto für den Geist: Je mehr „Guthaben“ Sie durch einen gesunden Lebensstil einzahlen, desto besser kann Ihr Gehirn spätere Schäden oder altersbedingte Veränderungen kompensieren, ohne dass Symptome auftreten.
Warum Prävention funktioniert
Die Lancet-Kommission hat 2024 bestätigt, dass fast die Hälfte aller Demenzfälle weltweit theoretisch vermeidbar wäre. Konkret lassen sich 14 modifizierbare Risikofaktoren identifizieren.*
Durch gezielte Prävention – also „Neuroprävention“ – können wir das Risiko für Schlaganfälle um bis zu 90% und für Demenz um bis zu 50% senken. Es ist also nie zu früh und selten zu spät, um die Kontrolle zu übernehmen.
Demenz entwickelt sich meist über viele Jahre und ist das Ergebnis eines komplexen Zusammenspiels genetischer und umweltbedingter Faktoren.
Zu den wichtigsten beeinflussbaren Faktoren zählen:
- körperliche Inaktivität
- ungesunde Ernährung
- soziale Isolation
- kognitive Unterforderung
- chronischer Stress
- Schlafstörungen
Kleine Dinge, grosser Impact: So nehmen Sie Ihre Gesundheit in die Hand
„Own your health“ bedeutet nicht, dass Sie Ihr gesamtes Leben von heute auf morgen umkrempeln müssen. Es sind oft die „kleinen“ Dinge im Alltag, die wissenschaftlich belegt einen grossen Unterschied machen:
Hinhören statt weghören: Unbehandelter Hörverlust im mittleren Alter ist einer der grössten Risikofaktoren. Das Tragen eines Hörgeräts schützt nicht nur Ihr Gehör, sondern hält auch Ihr Gehirn aktiv und sozial verbunden.
Soziale Kontakte pflegen: Einsamkeit ist Stress für das Gehirn. Regelmässiger Austausch mit Freund:innen und Familie fördert die psychische Gesundheit und baut kognitive Reserven auf.
Bewegung als Gehirn-Doping: Körperliche Aktivität ist einer der stärksten Beschützer für den Geist. Schon regelmässiges zügiges Gehen oder moderates Ausdauertraining verbessert die Durchblutung des Gehirns und fördert die kognitive Leistung.
Neues Lernen: Lebenslanges Lernen – sei es eine neue Sprache, ein Hobby oder anspruchsvolle Aufgaben im Beruf – stärkt die kognitiven Netzwerke und schützt vor Abbau.
Check-ups nutzen: Wissen ist Macht. Durch die Analyse von Biomarkern oder die Überwachung von Blutdruck, Blutzucker und Cholesterinwerten (insbesondere LDL-Cholesterin) können Risiken erkannt und oft reduziert werden, bevor sie Schaden anrichten.
Ihr Weg zu „Longevity fürs Gehirn“
Ihr Gehirn von morgen wird durch das geformt, was Sie heute tun. Own your health – fangen Sie heute damit an, Ihr wichtigstes Organ zu schützen. Es ist anpassungsfähiger, als Sie denken.
Die wissenschaftliche Evidenz ist eindeutig: Das Gehirn bleibt ein Leben lang formbar, wobei unsere täglichen Gewohnheiten und Lebensstilfaktoren direkt auf neurobiologische Prozesse einwirken. Prävention beginnt daher nicht erst im Alter oder bei ersten Symptomen, sondern findet jeden Tag im Alltag statt – durch die Entscheidungen, die wir kontinuierlich treffen.
Regelmässige Bewegung, gesunde Ernährung und ausreichend Schlaf, soziale Kontakte und geistige Aktivität wirken zusammen und beeinflussen langfristig die Gehirngesundheit.
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